und irgendwann fragt niemand mehr nach dir ...
Gedanken die kommen und gehen und wieder kommen und wieder gehen.
Was denken die andern:- Sie sieht doch gar nicht krank aus.
- Sie übertreibt Mal wieder.
- Sie ist so sensibel.
- Sie stellt sich nur an.
- Sie will nur nicht richtig.
- Sie gibt sich keine Mühe.
- Sie muss sich nur Mal anstrengen.
- Was hat sie denn eigentlich?
- Hat Sie was?
- Wer ist eigentlich Sie?
- ...
Ich bin krank. Chronisch krank.
Jedoch ich bin auch ich.
Jedoch ich bin nicht mehr nur ich.
Ich bin ich und krank. Permanent. Nicht heilbar. Bis jetzt und immer noch.
Ich bin nicht mehr präsent, jedoch ich bin immernoch laut.
Ich wünsche mir kein Mitleid, jedoch ich wünsche mir gehôrt zu werden.
Ich wünsche kein Bedauern, jedoch die nötige Unterstützung.
Ich wünsche mir verstanden zu werden. Jetzt.
Jedoch verstehe ich mich selber kaum.
Und in einigen Jahren fragt niemand mehr nach mir.
Das ist dann auch gut so. Das gehört so. Doch jetzt?
Jetzt bin ich noch da. Ich möchte leben, am liebsten wie früher. Das wird nichts mehr. Da mache ich mir nichts vor.
Wenigstens wie andere in meinem Alter.
Es ist jedoch so, als hätte ich 20-30 Jahre übersprungen.
Ich habe noch nicht gelernt wie man richtig, vernünftig oder am logischsten mit den Erkrankungen lebt, die mich ausgeschaltet haben.
Deshalb probiere ich alles mögliche aus.
An einem Tag wusel ich im Garten, fahre die Schubkarre von A nach B. Ja, mache ich schaffe ich, in MEINEM Tempo. Wie lange ich dafür brauche gehört hier nicht hin.
Am nächsten Tag fahre ich im Rollstuhl vom Sofa bis zum Klo.
Beides ist möglich oder besser:
Mal ist das eine möglich und daraufhin ist das andere notwendig.
Ein Mittelmaß? Schwierig.
So viel wie möglich, so wenig wie nötig oder
so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich?
Es ist egal was ich mache, ich werde mir nicht gerecht. Meiner Umwelt sicherlich sowieso nie.
Passe ich mich der Erkrankung an, werde ich wahrscheinlich 100 Jahre alt und ausschließlich liegen.
Grauenvolle Vorstellung.
Mache ich "was ich will", gibt es derbe Rückschläge. Gesundheitliche Verschlechterungen. Mal erhole ich mich, mal bleibt eine Verschlechterung.
Ein Mittelmaß ist, wie gesagt, schwierig.
Und irgendwann fragt keiner mehr ...
Doch auch wenn ich dann nicht mehr da bin, keine Rolle mehr spiele, dann sind da noch die anderen. Die Neuinfizierten, die Kinder, die unendlich vielen chronisch kranken Menschen.
Und für diese möchte ich heute laut sein.
Forschung, Forschung, Forschung .
Mit Lösungen zu Heilung. Nicht Wege um sich an Krankheiten zu bereichern.
Danke ♡



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